Deutschland, (m)eine Grenzerfahrung – T3

So jetzt geht es mit meiner Story weiter. Freut mich, dass ihr meiner Geschichte folgt.

5. Weite Welt

 

16.8. – Tag 10

Neubukow – Ahrensbök, 222 km

 

Heute gibt es ja mindestens zwei Highlights für mich. Das erste ist das Treffen mit Thomas an der Priwallfähre um 10 Uhr.

 

Von Neubukow aus fahre ich am Salzhaff entlang bis Wismar, nach Boltenhagen weiter bis Klütz. In Pötenitz auf der Landstraße, kurz vor unserem Treffpunkt, kommt mir ein Motorradfahrer entgegen. Ich erkenne ihn nicht sofort, erst als er wendet und links an mir vorbeifährt, sehe ich den angebundenen kleinen Beifahrer über dem Rücklicht seiner T120.  Sein Kumpel aus Plüsch, mit Namen „Hein Blöd“. Ja, das ist der Thomas, so wie ich ihn aus Hilders in Erinnerung habe. Er fährt vor mir her an die Fährenauffahrt. Da begrüßen wir uns erst einmal und ich freue mich riesig, dass ich es bis hierher geschafft habe. Ich weiß, es ist kein Hexenwerk mit dem Motorrad vom Süden zum Norden zu fahren. Und trotzdem ist es für mich etwas ganz Besonderes.

 

Besonders entspannend finde ich zum wiederholten Mal, den Umstand, dass ich mich nicht um die Routenfindung kümmern muss. Durch Travemünde, am Timmendorfer Strand vorbei, Scharbeutz, die Lübecker Bucht die strahlende Sonne immer auf der rechten Seite lassend, fahren wir über Neustadt zum Bungsberg. Ja, Berg! Es ist immerhin hier die höchste Erhebung mit 167,4 Metern. Hier gibt es auch ein kleines Gasthaus. Da können wir doch eine feine Trinkpause einlegen. Wenn, ja wenn, es geöffnet hätte. Hätte, hätte, Motorradkette… Nun ja, das kenne ich mittlerweile schon. Dann eben weiter. Dadurch wird mein Genuss nicht geschmälert.

 

Es ist sehr angenehm, einfach einem holsteinischen Urgestein, wie dem Thomas Rosenfeldt, hinterher zu fahren und die schöne holsteinische Schweiz zu genießen. Und die ist ja auch noch kurvig und hügelig. Wer hätte das gedacht.

 

Vorbei an riesigen Gutshöfen nach Bad Malente und Bosau, am großen Plöner See vorbei.

 

Der Film „Ferien auf Immenhof“ stammt aus dem Jahr 1957.

 

und wurde hier in der Gegend gedreht. Vor allem auf dem Gut Rothensande sowie an weiteren Orten rund um Lübeck.

 

Ein typischer Heimatfilm der 50er Jahre, gedreht in der idyllischen Landschaft Schleswig-Holsteins. Als meine Eltern Anfang der 1960 Jahre den ersten Schwarz-Weiß Fernseher angeschafft hatten, war der erste Film den ich in Erinnerung habe: Ferien auf Immenhof.

 

Und jetzt fahre ich, in Erinnerungen schwelgend, daran vorbei.

 

An einem Abzweig muss ich dringend ein Foto knipsen. Das ist meine Welt. Der Ort heißt auch noch so. „Weite Welt“.

 

Ist das nicht herrlich? Da brauch ich doch gar nicht mehr weit fahren. Aber eigentlich ist für mich schon die ganze bisherige Reise eine weite Welt gewesen. Quasi randvolle Abenteuerglückseligkeit auf sicherem Terrain. Wir durchfahren noch das mikroskopisch kleine Berlin und mäandern uns nach Ahrensbök.

 

Dort erwartet uns schon Petra. Was für eine herzliche und  unkomplizierte Gastfreundschaft! Ich darf im Gästezimmer meine sieben Sachen ablegen, habe ein weiches Bettchen, Petra hat wunderbar gekocht und Kettenpflege für Villie bekomme ich von Thomas auch noch obendrauf. Ich bin so gerührt, dass mir die Worte ihren Dienst verweigern.

 

Hotel Rosenfeldt bekommt 5 Sterne plus von mir.

6. Salz in der Luft und Halbzeit im Kopf

 

Tag 11- 17.8. 

Ahrensbök – Husum 320 km

 

Nach einer sehr guten, entspannten Nacht bekomme ich noch ein fürstliches Frühstück, damit mir der Abschied von den Beiden noch schwerer fällt. Aber, es nützt alles Nichts, ich muss ja weiter. Heute will ich durch die nördlichste Stadt Deutschlands fahren. Glücksburg an der Ostsee. Aber erstmal geht’s nach Plön am gleichnamigen See und weiter nach Kiel.

 

Dort verhageln mir einige Baustellen die direkte Küstenstrecke und ich lande auf der A7. Ungewollt, versteht sich. Dieser Verkehr! Er kommt meinem Naturell nur sehr bedingt entgegen. Wo ich doch die Ruhe und Abgeschiedenheit so zu schätzen gelernt habe. Wie das Leben eben ist, nicht immer pure Freude und jetzt seh ich mal zu, dass ich diesen Abschnitt schnell auf die Kette bekomme. Klappt auch bis Flensburg. In der Altstadt am Hafen gönne ich mir ein warmes und ein kaltes Getränk und ich bin froh von der Autobahn runter zu sein. Scheinbar war mein Erholungsmodus im Cafe so intensiv, dass ich vergessen habe nach Glücksburg zu fahren. Auch recht. Bin ich eben im nördlichsten Stadtteil von Flensburg gelandet. In Harrislee, knapp vor der dänischen Grenze. Ich fahre durch stille Wohngebiete und kleine Ortschaften wie Ellund, Jardelund sowie am Jardelunder Moor vorbei. Hier gibt es keine Hügel mehr, alles platt. Wenn ich mich auf meine Sitzbank stellen würde, könnte ich wahrscheinlich bis zum Rickelsbüller Koog an der Nordsee gucken. Sogar ein feiner Salzgeruch kriecht in meine Nase. Und es gefällt mir auch hier richtig gut, viel Wind, viel Sand, viel Kuh, viel nix los. Auch hier gibt es einsame Bushaltestellen mit Wartebank, an denen man vortrefflich Brotzeit machen kann.                                                         

 

Mit einer Obstwiese im Hintergrund gibt es für mich auch noch das nötige Vitamin C in Apfelform. Eine Stille herrscht hier, ich hör sie förmlich.

 

Ich sitze also ganz still auf der Bank da drängt sich ein Gedanke auf. Mir fällt mir auf, ich hab jetzt die Hälfte meiner Reise hinter mir. Das macht mich traurig und melancholisch. Meine persönliche Gefühlstalsohle hat mich gerade im Griff. Mein kleines, depressives Gehirnzentrum flüstert mir ins Ohr:

jetzt geht’s nur noch runter.

 

Obwohl? Bergab geht’s ja nicht. Es geht ja ab jetzt stetig wieder bergauf.

 

Und so zieh ich mich selbst wieder aus meinem hausgemachten Sümpfchen. Es ist ja auch zu schön hier, als dass sich hier eine düstere Gefühlswüste ausbreiten könnte. Deswegen begebe ich mich wieder auf Villie, meine treue Begleiterin, und fahre uns zur Nordsee, an eine Stelle, die wieder für den nötigen Weitblick sorgt. Nach Dagebüll, zum Hafen. Da pulst wieder das Touristenleben, riesige Wohnwägen, riesige Parkplätze. Aus diesen fahrenden Wohnpalästen werden Campingstühlchen und -tische rausgetragen und erholungssuchende Mitmenschen richten es sich gemütlich ein, um den anderen Touristen beim Gemütlichmachen zuzusehen. Ich gucke derweil den Möwen zu, wie sie gemütlich durch die Luft fliegen.

 

Den vielen Schafen, die den Deich grasend abgrasen, macht das alles nichts aus. Mit stoischer Ruhe wird gefuttert was das Zeug hält. Ich lass die Schafe Schafe sein und fahre weiter an der Lütjenholmer Heide vorbei, am 20 Meter hohen Mikkelberg ebenfalls und nach Husum, zu meiner Unterkunft. Sie befindet sich etwas außerhalb in östlicher Richtung. Ich suche mir ganz bewusst recht günstige Pensionen aus, die dann auch mal etwas recht sparsame Ausstattungen haben. Freundlich ausgedrückt. Nicht, weil ich unbedingt sparen will, aber für eine Nacht brauche ich nur das Nötigste. Und manchmal hat so eine „Notunterkunft“ ja auch einen gewissen Charme.

 

Gepäck absatteln, Zimmerlein beziehen und mit der leichten Motorradklamotte 6 km zurück nach Husum fahren. So der Plan. So gemacht.

 

Am Hafen von Husum, dem Herzstück der Stadt, angekommen, treffe ich auf weitere Motorradfahrer, die ebenfalls gerade parken. Ich versuche, ein freundliches Gespräch anzufangen – ein einfaches „Hallo, wo kommt ihr her?“ –, doch der Versuch verläuft im Sande. Habe ich sie damit etwa erschreckt? Oder stimmt etwas mit mir nicht? Habe ich vielleicht doch eine Warze auf der Nase?

 

Was auch immer der Grund ist – die Kradler zeigen kein Interesse. Nicht einmal ein Hallo kommt zurück.

 

Schon etwas merkwürdig.

 

Mein Fischbrötchen mit einem Glas Rosé schmeckt mir in der untergehenden roten Sonne auch so ganz vorzüglich. Ein Abendspaziergang durch die zauberhafte Altstadt, der Geburtsstadt des berühmten Dichters Theodor Storm, die historischen Kaufmannshäuser, das ganze Flair, runden meinen Tag aufs Angenehmste ab.

 

Mit diesem schönen Gefühl fahre ich zurück in meine kleine Butze und freue mich auf den nächsten Tag.

Tag 12- 18.8.

Husum – Wilhelmshaven, 333 km

 

Dank Facebook und WhatsApp treffe ich mich heute mit Leonhard unterhalb von Cuxhaven.  Ein weiteres Clubmitglied des TMOC.  Wir haben uns ebenfalls in Hilders beim alljährlichen Clubtreffen kennengelernt. Wir haben vereinbart, dass ich mich melde, wenn ich die nördlichen Gefilde erreicht hab. Außerdem hat er gesehen, dass ich in seiner Nähe bin – anhand der Route, die ich gestern gefahren und öffentlich geteilt habe.

 

Aber vorher muss ich ja erst mal zum Treffpunkt kommen. Von nun an scheint mir ja die Sonne am Vormittag von links auf den Leib und das Meer glitzert im Morgenlicht auf meiner rechten Seite.

Ein sicheres Zeichen dafür, dass es jetzt unaufhörlich nach Süden geht.

 

Vorbei am Süderholmer Moor, am Kronenloch/Speicherkoog, nach Brunsbüttel zur großen Fähre. Dass ich darauf mit kindlicher Freude reagiere und glückliche Augen bekomme, brauche ich ja nicht mehr zu erwähnen. Dort angekommen bin ich die Einzige, die am Ablegesteg ziemlich dumm guckt. Fähre fahren ist nicht. Fährbetrieb eingestellt. Aha, und jetzt? Ein paar Kilometer östlich macht Glücksstadt seinem Namen alle Ehre. Eine Fähre, wie für mich gemacht. Im Universum bestellt und bekommen. Obendrauf der Hinweis, an der Autowarteschlange vorbei, bis ganz nach vorne durchzufahren. An vorderster Front kann ich meinem Fährenfahrgenuss noch besser frönen. Als es ans Bezahlen geht bekomme ich mein Ticket nur, wenn ich unter Deck am Tresen ein Frankfurter Würstchen mit Brot kaufe. Originalton des fröhlichen Fährmanns der Wischhafen-Fähre. Dieser sympathischen Aufforderung komme ich doch gerne nach. Kleine Plauderei unter Deck mit der Dame des Hauses und wieder oben, mit warmem Wind im Gesicht, in der ersten Reihe das beste Frankfurter Würstchen meines Lebens verspeist. Schon bin ich wieder am anderen Elbufer. Am Ufer entlang, in Cuxhaven, geht’s wieder südlich und wie abgemacht findet mich Leonhard an der vereinbarten Stelle etwas unterhalb vom Nordholzer Fliegerhorst. Ich lass mich gerne führen und werde nicht enttäuscht. Wir fahren ans Watt, nach Dorum-Neufeld. Was es da alles gibt! Außer vielen Urlaubern, lecker Fisch in allen Variationen, Kaffee, Bierchen, Kuchen, Eis, alles was das entwöhnte Bikerherz begehrt.

 

Wir nehmen von allem etwas und freuen uns, dass wir getroffen haben und zusammen hier sein können. Hier, an der Wurster Nordseeküste mit dem ehemaligen, einzigartigen Leuchtturm, einem schwarzen, vierseitigen Turm auf Gitterkonstruktion, mit zwei Galerien und runder Laterne. Mit einer Höhe von 35,5 m über dem Watt. Er war als Leuchtturm über 100 Jahre im Eversandwatt in Betrieb, wurde aber wegen nicht mehr Nutzung 2003 nach Dorum-Neufeld versetzt. Und von da an für Besucher freigegeben. Wir könnten auf diesen imposanten Turm auch hinaufsteigen und die ehemaligen Wohnräume der Leuchtturmwärter anschauen und um den Weitblick über die Nordsee zu genießen. Könnten, wenn wir wollten. Es ist uns aber viel zu heiß in unseren Mopedklamotten. Das feste Gewand auf den Motorrädern zurückzulassen und nur im feinen Zwirn eine Leuchtturmbesteigung zu unternehmen ist uns zu unsicher. Dann also weiter am Deich entlang Richtung Bremerhaven. Bis zur Fähre über die Weser begleitet mich Leonhard noch. Das ist die zweite Fahrt heute auf meinem Lieblingstransportmittel über Wasser. Das ist bis jetzt schon ein ziemlich schöner Tag. Bis die Fähre kommt unterhalten wir uns noch und so vergeht die halbe Stunde Wartezeit rasch. Wir winken uns noch zu und so fährt jeder wieder in die Richtung seiner Heimat weiter. Der eine kürzer, die andere länger. Auf der Fahrt fällt mir ein, dass ich ja noch gar keine Unterkunft für die Nacht habe. Das nenn ich mal Tiefenentspannung.

 

Irgendwo auf meinem Weg um den Jadebusen herum trinke ich einen Kaffee in einer Bäckerei und suche mir ein Bett zum Schlafen. Heute wäre mal die Gelegenheit im Zelt zu übernachten. Am Jadebusen. Eine schöne Vorstellung. Doch die Realität ist eine andere. Ich glaube, ich bin zu bequem mir noch einen Campingplatz zu suchen, Zelt aufbauen, Matte mit Luft füllen, Schlafsack aufwickeln, Gepäck irgendwie herrichten und vieles mehr. Das gleiche am nächsten Morgen rückwärts. Ne, ne, ne, das gefällt mir nicht.

 

Also doch ein festes Dach über dem Kopf, mit frischem Bettzeug und Frühstücksbuffet. Es wird eine kleine Pension, außerhalb von Wilhelmshaven. Aber ganz nah am Voslapper Groden. Also am Wasser. In einem hübschen Fachwerkhaus, mit geschnitzten Mustern und Schriften in verschiedenen Farben im dunklen Holzbalken und zwischen roten Backsteinen. Das sieht sehr einladend und gemütlich aus. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Teil III- Am Rand

7. Allein unter weitem Himmel

 

Tag 13- 19.8.

Wilhemshaven – Schüttorf/ Ortsteil Ohne, 312 km

 

Heute treffe ich: Niemand. Außer, es will mich jemand kennenlernen. Aber ich lerne mich auch ganz gerne ohne Kommunikation mit Menschen selber kennen. Das ist schon was Feines, alleine zu planen und zu entscheiden, fahr ich jetzt nach Jever, oder reicht mir die Werbung davon. Mir reicht der Teil nach dem „oder“.

 

Dafür bekomme ich den herrlichen Ausblick am Jadebusen. Immer dicht am Wasser, am Wattenmeer entlang, am Buddelschiffmuseum vorbei nach Dornumersiel. Und natürlich, es gäbe hier schon einen Grund um Einiges zu bestaunen und zu bewundern, zu besichtigen und sich mehr auf die Besonderheiten dieser schönen Gegend einzulassen. Da ist meine Neugier schon groß. Ich entscheide mich aber nur für das Fahrerlebnis und bin damit rundum glücklich und zufrieden. Es gibt ja auch so viel zu sehen. Nachdem ich auf den schmalen Sträßchen nicht schnell fahre und das auch nicht will, ist die visuelle Ausbeute für mich ausreichend. So komme ich im Norden nach Greetsiel und Krummhörn bis Emden. Meine Vorfreude auf die kleine Überfahrt über die Ems wird leider enttäuscht. Der Fährbetrieb ist eingestellt. Schade.

 

Stattdessen bringt mich die größte Klappbrücke Westeuropas, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer, auch sicher auf die andere Seite, nach Bunde. Auf kleinen Nebenstraßen, die Autobahn meidend, fahre ich dicht an der Niederländischen Grenze entlang durchs Burtanger Moor, an Twist vorbei, nach Nordhorn. Das ist nicht gerade eine sehr große Stadt, die mir aber von der Betriebsamkeit, Verkehrsdichte und einigen Baustellen mit den einhergehenden Umwegen, ein klein wenig Überwindung abringt.

 

Die Stadt verlassen und den Hunger stillen hat jetzt erste Priorität. Etwas außerhalb finde ich sogar einen echten kleinen Biergarten im Hof eines kleinen Bauernhofs. Der Junior des Hauses betreibt als gelernter Koch das Gasthaus. Dementsprechend gut ist das Essen mit Kaffee mit Kuchen hinterher.  Das tut richtig gut. Mit voll gefülltem Bauch suche ich mir über das bewährte Online Portal eine nächtliche Bleibe und finde sie in dem kleinen Örtchen Ohne.

 

Diesmal übernachte ich also in einem ehemaligen Feuerwehrhaus. Wirklich reizend hier. Ein kleines Bilderbuch-Dörfchen mit kleinsten Sträßchen, die alle den Namen „Dorf“ haben. Ich wohne also heute Nacht im Ort Ohne in Dorf 9.

 

Mein kleiner Spaziergang durch Ohne ist schnell erledigt. Aber, seht, seht, es gibt zwei Gasthäuser, davon Eines für immer geschlossen. Im winzigen Gastgarten vom Wirtshaus gegenüber sitzen fünf Menschen, die ich freundlich grüße und frage, ob ich am freien Tisch Platz nehmen kann. Die Antwort kommt nicht ganz so freundlich zurück. „Nö, geht nich“. Ich frage ab wann geöffnet ist. „Gar nicht mehr, is jetzt immer zu“. Oh, Mann…klingt das frustrierend. Und ich bin es jetzt auch. Der geschlossene Dorfladen, der eigentlich laut Öffnungszeiten noch offen haben sollte, hat wahrscheinlich auch die Nase voll.

 

Auf der Brücke über die Vechte gucke ich dem fließenden Wasser zu und höre meinen knurrenden Magen, obwohl ich ja heute fürstlich gespeist habe. Meine Nachfrage bei einem Ohner, der in seinem Garten rumerdelt, ob denn in der Nähe noch ein Lebensmittelgeschäft geöffnet hat, lächelt er entschuldigend und schüttelt nur den Kopf. Immerhin redet er mit mir freundlich und fragt mich nach meinem Woher und Wohin und Warum. Als wir das also geklärt hätten, gehe ich zurück in meine Feuerwehrkemenate. Dort gibt es einen Frühstücksraum mit einem Kühlschrank, in dem zumindest gekühltes Bier bereitsteht. Das muss jetzt mal reichen. Und welch Überraschung, auf dem Tresen der kleinen Küche steht ein großes Glas mit Keksen. Ha, Kekse und Bier, das gönn ich mir. Zwischen den Keksen und den kleinen Bieren, ja, es waren dann doch zwei, drei, Pflichtübung im Wäschewaschen und Strecke für den nächsten Tag planen. Die Hopfenkaltschalen bringen wohlige Müdigkeit und tiefen Schlaf.

Das war es erstmal für diesen Monat. Nächsten Monat erzähle ich euch hier, wie es weiter geht. 

 

Freue mich auf eure Kommentare.

 

Eure Barbara

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