Zum Nordkapp in Norwegen

Norwegenreise 17. 07. – 01.08.2022

Wenn man mal eine schwere Krankheit überstehen musste und dabei erkannt hat, dass das Leben viel zu kurz ist um nur so vor sich hinzuleben, entscheidet man sich schnell dazu etwas zu ändern. Richtig, man fängt an das Leben wieder intensiver zu genießen. Und was könnte dabei besser helfen, als sich endlich, nach fast 20 Jahren Abstinenz, wieder ein Motorrad zu kaufen. Das ist nun zwei Jahre her und ich wollte mir endlich einen meiner Träume erfüllen.  In diesem Falle sollte es, zusammen mit meiner Frau, die Reise zum Nordkapp sein.

 

Da wir auf den Luxus einer festen Unterkunft, vernünftiger Betten und regelmäßiger Duschen nicht verzichten wollten, haben wir uns dazu entschieden die Reise über ein Motorrad-Reiseanbieter zu buchen. Freunde hatten uns 123-Motorradreisen empfohlen, bei denen wir letztlich auch die Reise buchten.

 

Die Reise war auf 16 Tage ausgelegt. Die Reise kurz umrissen gestaltete sich wie folgt: Mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki. Dann durch Finnland am Bottnischen Meerbusen vorbei, nach Norwegen hinein bis ans Nordkapp. Vom Nordkapp die Westküste Norwegens hinunter, über die Lofoten, bis nach Oslo. Von dort mit der Fähre nach Kiel. Im Preis in begriffen waren die Hotels mit Frühstück, die Fährüberfahrten von Travemünde nach Helsinki, Eintritt am Nordkap, die Fährüberfahrt von Moskenes (Lofoten) nach Bodø, sowie von Oslo nach Kiel. Wir hatten zusätzlich noch Halbpension dazu gebucht, was bei den Preisen für ein normales Gericht, egal ob in Finnland oder Norwegen, mehr als Sinn macht. Wie man letztlich seinen Tagesablauf und die Streckenwahl zwischen den gebuchten Hotels gestaltete, blieb einem selber überlassen. Es gab zwar Vorschläge welche Routen man nehme könnte, aber man war da, wie gesagt, frei in seiner Entscheidung vielleicht eine Sehenswürdigkeit anzufahren oder doch die Schotterpiste zu nehmen, anstatt der gut ausgebauten Hauptstraßen zu folgen.

 

Nach einigem Hin und Her was die große Frage betrifft „Was nehme ich mit und was nicht“, ist man ans Packen gegangen. Unerlässlich ist Bekleidung für jeden Temperaturbereich und jede Wetterlage. Des Weiteren sollte durchaus auch Werkzeug und Flickzeug für kleinere Reparaturen mitgeführt werden. Es sollte sich im Verlauf der Reise noch als nützlich erweisen.

 

Der Treffpunkt für alle Teilnehmer dieser Reise (22 Personen auf 21 Motorrädern), war am 17. Juli in Travemünde der Check IN-Schalter von Finnlines. Ab 21 Uhr war Check IN und gegen 23 Uhr sollte das Verladen beginnen. Nun ja, sollte. Die Fähre hatte Verspätung, sodass sich alle Zeiten um gut anderthalb Stunden nach hinten schoben. Müde, aber froh darüber, dass es endlich losging, fuhren wir auf die Fähre. Da das Verladepersonal mehr als genug zu tun hatte, mussten wir unsere Maschinen selbst zurren und sichern. Man sollte sich damit also schon mal in der heimischen Garage auseinandersetzen, wie das Ganze funktioniert. Aber zum Glück ist man als Biker nie allein und man half sich gegenseitig. Nun hieß es die Kabine finden und dann noch aufs Deck, um das Ablegen zu erleben.

 

Nach 34-stündiger Überfahrt, auf der wir das tolle Wetter und den schönen Sonnenuntergang genossen, erreichten wir am zweiten Tag Helsinki. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 18 Grad ging es kurz nach 10 Uhr von der Fähre runter. Erste Möglichkeit rechts ran, Navi an, orientieren und los! Hallo Finnland, hier sind wir!!

 

Jetzt stellt sich immer die Frage der Streckenwahl. Eines bleibt anzumerken; je mehr Stellen die Nummerierung einer Straße hat, desto kleiner wird sie. So ist eine E75 gut ausgebaut und mit einer deutschen Autobahn bzw. einer gut ausgebauten Bundesstraße zu vergleichen. Sobald es dreistellig wird, können auch Schotterpassagen dabei sein. Dessen sollte man sich bewusst sein.

 

Wenn möglich und es sich anbot, haben wir die Strecken ab den Hauptverkehrsstraßen gewählt. Es geht auf den Nebenstraßen zwar nicht so schnell voran, aber man wird mit wunderschönen Landschaften belohnt.

 

Unser erstes Tagesziel war das Peurunka Oy Hotel in Laukaa. Gute 320 Kilometer wollten also gefahren sein. Nach den ersten 100 Kilometern fängt man dann an zu begreifen, warum Finnland als „Das Land der tausend Seen“ bezeichnet wird. Man kann sich dem Zauber ständig wechselnder grüner und einsamer Landschaften und in der Sonne glänzenden Seen nicht entziehen. Hinter jeder Kurve ein neues Highlight. So laden die vielen Seen einen immer ein, gerne seine Pausen dort zu verbringen und die Landschaft zu genießen. Man merkt förmlich wie man entschleunigt wird und fängt an, die Reise vollends zu genießen. Manchmal trifft man auch auf Örtlichkeiten, die einem anfangs doch recht unwirklich vorkommen. Nach fünfstündiger Fahrt und kurz vor den ersten Regenschauer, die Ankunft am Hotel. Dieses ist direkt an einem wunderschönen See gelegen, welcher zu einem entspannten Abendspaziergang einlädt und somit diesen wundervollen ersten Tag abrundet.

 

Die nächste Etappe ging bei schönstem Sonnenschein von Laukaa nach Oulu, welches sich fast am nördlichen Ende des Bottnischen Meerbusens befindet. Wieder eine entspannte Fahrt vorbei an strahlend blauen Seen und durch sattgrüne Wälder. Ab der Hälfte der Strecke begann sich die Gegend nach und nach zu verändern. Weniger Seen, dafür mehr Wälder, die kein Ende nehmen wollten. In Oulu angekommen war noch genug Zeit die Stadt samt Hafen zu genießen. Selbst hier merkt man immer wieder, wie freundlich und total tiefenentspannt die Finnen sind, was sich letztlich auch auf einen selbst überträgt.

 

Nun stand am 5. Tag die längste Etappe der Reise an. Mangels Alternativstrecken gingen die 475 Kilometer fast hauptsächlich über die E75. Hier kam durchaus auch mal Langeweile auf, da die Straßen nun doch recht geradlinig verliefen. Allerdings sollte man doch nicht zu sehr die Gedanken schweifen lassen, da man es nun mit plötzlich auf der Straße auftauchenden Rentieren zu tun bekam. Endlich die lang ersehnten Rentiere. Toll anzusehen! Mit gebührendem Abstand und gedrosselter Geschwindigkeit mogelte man sich an den Rentieren vorbei, die dann doch sehr die Ruhe weghatten und nicht unbedingt immer gleich Platz machten. Also Geduld! Nach zirka einem Drittel der Strecke erreichten wir Rovaniemi. Dort befindet sich das offizielle Weihnachtsmanndorf. Natürlich lässt man sich einen Besuch dort nicht entgehen, da man dort zudem den nördlichen Polarkreis überquert. Nach den obligatorischen Fotos an den Polarkreismarkierungen, nimmt man sich dann doch die Zeit um durch die vielen Souvenirläden zu streifen, um noch das ein oder andere Andenken zu ergattern. So oft kommt man nun mal nicht in die Verlegenheit den nördlichen Polarkreis zu überqueren. Aber die Fahrt muss dann doch irgendwann weitergehen; also an die Maschinen und los. Nun heißt es wieder Kilometer fressen, um endlich am Hotel in Saariselkä anzukommen. Ein hübscher kleiner Ort mitten in einem Skigebiet. Hier bekommt man dann beim Abendspaziergang doch noch ziemlich nahen Kontakt mit den hier allgegenwärtigen Rentieren. Die verteilen sich überall in der Ortschaft, was hier augenscheinlich ganz normal ist. Da wird dann auch mal eben die Blumendekoration auf einem Bistrotisch im Außenbereich durch die Rentiere vertilgt. Mahlzeit!

 

Am 6. Tag sollte es soweit sein. Wir überquerten die Grenze von Finnland nach Norwegen und erreichten das Nordkapp. Wieder ein langer Ritt, aber meine Güte, er hat sich gelohnt. Wieder veränderte sich die Landschaft im Laufe der Fahrt drastisch. Anfangs noch sehr hügelig und bewaldet, wurde es je weiter man nach Norden kam, immer karger. Plötzlich nur noch niedrige Vegetation in Form von Büschen und Sträuchern. Daraus wurden letztlich steinige Hügel mit hie und da ein wenig Moosflechte und Gräsern. Man fühlte sich manchmal wie auf dem Mond. Absolut irre! Auch passiert man die nun häufiger werdenden Tunnel, die mit stellenweise doch eindrucksvollen Längen daherkommen. Manchmal 7 Kilometer lang, sehr feucht und mit 8 Grad nicht unbedingt angenehm. Nun merkte man in den Höhenlagen auch den stetig zunehmenden Wind der von See kam. Bei starkem Wind und 12 Grad Außentemperatur erreichten wir unser großes Ziel Nordkapp. Wie lange hatte man davon geträumt und sich darauf gefreut. Also das Motorrad auf dem großen Parkplatz abgestellt und darauf gehofft, dass der Wind es nicht umweht. Nun ging es daran die weitläufige Anlage zu erkunden und die begehrten Fotos an dem großen Globus zu schießen. Nach zirka eineinhalb Stunden wurde es dann auch langsam Zeit, die Fahrt Richtung Hotel fortzusetzen und den Tag ausklingen zu lassen.

 

Nach der doch recht langen Fahrt am Vortag, standen heute nur gemütliche 220 Kilometer an. Nach einem guten Frühstück ging es auf der E6 Richtung Alta. Heute fuhren wir, mangels Alternativen, hauptsächlich die Hauptstraßen. Dieses Teilstück der Route war recht unspektakulär, weshalb wir auch Wert darauf legten zügig voran zu kommen, um in Alta noch ein wenig die Stadt zu genießen, sich auszuruhen und den inneren Akku wieder aufzuladen. Die Reise hatte bis zu diesem Zeitpunkt doch gut an der Kondition gezehrt.

 

Bei Wind und bedecktem Himmel starteten wir in den 8. Tag der Reise. Das Ziel war Tromsø. Jetzt begann Norwegen sich von seiner besten Seite zu zeigen. Es ging auf Höhe der Schneegrenze vorbei an wundervollen Fjorden und kleinen Buchten. Gegen Mittag begann auch der Himmel aufzureißen und wir konnten wieder die Sonne genießen. Nach zwei Drittel der heutigen Strecke, konnten wir uns entscheiden, ob wir weiter der Straße folgen, oder ab Olderdalen mit der Fähre nach Breidvik überzusetzen. Aufgrund des nun tollen Wetters hatten wir uns für die Fähre entschieden. Aber ab und zu läuft es nicht so wie erwartet. Plötzlich schrieb jemand aus unserer Norwegentour-WhatsApp Gruppe, er hätte sich einen Platten gefahren und ob jemand Flickzeug dabei hätte. An sich wollten wir gerade auf die Fähre fahren, aber man lässt ja einen Biker Kollegen nicht hängen. Also kurz bei ihm angerufen und gefragt wo er steht. Zum Glück nur knappe 8 Kilometer hinter uns. Wir sind dann zu ihm gefahren und haben uns erstmal angeschaut, was er sich ins Hinterrad gefahren hatte. Es war ein kleines Röhrchen welches in der Lauffläche steckte. Er hatte zum Glück einen schlauchlosen Reifen, sodass wir das Rad nicht ausbauen mussten. Ich hatte das passende Flickzeug und ne Akkupumpe dabei und nach einer Stunde war seine Maschine wieder fahrbereit. Ohne Hilfe hätte er echt alt ausgesehen, da es Sonntag war und auch in Norwegen bekommt man da nicht auf die schnelle Ersatz. Zumal wir ja alle einen festen Zeitplan hatten; zumindest was die Hotels betrifft. Wie gesagt, ohne etwas Werk- und Flickzeug eine 5000 Kilometerreise anzutreten, ist schlichtweg unklug. Wir sind dann zusammen weitergefahren und haben glücklicherweise direkt die nächste Fähre erwischt. Nach einer entspannten Überfahrt mit sehenswerten Naturkulissen und kurzer Fahrt mit dem Motorrad, erreichten wir Tromsø. Eine wirklich tolle Stadt mit Sehenswürdigkeiten, wie der Eismeerkathedrale, steht zum Erkunden bereit.

 

Nach einer ruhigen Nacht in Tromsø, ging es am Morgen nach Harstad, welches sich nordöstlich der Lofoten befindet. Eine entspannte Fahrt bei der es endlich mal wieder ein paar Kurven zu nehmen galt. Vorbei an Seen und Fjorden, durch Höhenzüge und über Brücken, gab es schon mal langsam einen Vorgeschmack auf die Lofoten. Bei leichtem Regen erreichten wir Harstad und checkten im Hotel ein. Dieses lag gerade mal 100 Meter vom Hafen entfernt, sodass sich wieder ein kleiner Abendspaziergang anbot, der dann in einer örtlichen Bar endete, in der sich fast unsere gesamte Gruppe zu einem „Absacker“ eingefunden hatte.

 

Das nächste Highlight der Tour stand für den, nun 10. Tag, an. Die Fahrt über die Lofoten bis zu deren Südspitze in Moskenes! Wir hatten zwar auf Sonnenschein gehofft, der uns aber leider versagt blieb. Aber mit leichter Bewölkung und ab und an mal einer kleinen Regenschauer, kommt man als Norwegenreisender durchaus zurecht. Eine wunderschöne Fahrt, bei der man ständig anhalten wollte um Fotos zu machen. Aber dann kommt man echt nie an! Also genießt man vom Motorrad aus die spektakuläre Landschaft und weiß sofort: „Hier fahre ich nochmal hin!“ Zwischendurch haben wir uns einen Abstecher in ein sehenswertes historisches Fischerdorf im Nusfjord gegönnt. Aber Vorsicht, hier lauert dann doch mal die Touristenabzocke. Man wollte gerne 10€ Eintritt pro Person haben. Ziemlich übertrieben für ein kleines Fischerdorf, zumal man dort eh genug Geld lässt, wenn man sich mal ein Kaffee mit leckeren frischen Waffeln gönnt. Nun ja, auch in diesem Dorf gibt es offizielle Schleichwege die man daher gerne nutzte. Nach gut einstündiger Pause und Erkundung des Fischerdorfes, fuhren wir Richtung Moskenes weiter. Bevor es auf die Fähre nach Bodø ging, war ein Halt in einem schönen Restaurant in Reine geplant, um dort noch zu Abend zu essen. Da die Fährüberfahrt gute viereinhalb Stunden dauern würde, machte das absolut Sinn. Abfahrt der Fähre war für 20 Uhr geplant, was auch so halbwegs geklappt hat. Zu dieser Fähre bleibt anzumerken, dass man vorher auf jeden Fall online Tickets buchen sollte, da es sonst sein kann, dass man nicht auf die Fähre kommt, da sie voll belegt ist. Dann muss man irgendwie am Fähranleger übernachten oder sich ein Hotel suchen. Bei uns war das Ticket bereits über das Reisebüro gebucht worden, sodass wir entspannt bleiben konnten. Gegen 00:30 Uhr legte die Fähre in Bodø an und bei ordentlich Regen ging es die letzten anderthalb Kilometer bis ins Hotel. Müde, aber glücklich angekommen zu sein, vielen wir direkt in die Betten.

 

Nächstes Ziel der Etappe war die kleine Ortschaft Mosjøen die in der Spitze des Vefsnfjords liegt. Auf der Route überquerten wir wieder den Polarkreis, diesmal von Nord nach Süd. Natürlich hielten wir da am Arctic Circle Center an um eine Pause einzulegen, Fotos zu machen und uns aufzuwärmen. Die Fahrt an diesem Tage war nämlich absolut kräftezehrend. Durchgängig gerade mal 10 Grad, mit Tiefstwert von 7 Grad im Bereich des Polarkreises. Dazu ein anhaltender eisiger Wind, der einem die Wärme aus den Knochen trieb und zwischendurch noch Regen. So waren wir froh als wir abends im Hotel Fru Haugans einchecken konnten. Ein wunderbar klassisches Hotel, gemütlich und mit einem edlen Charme. Absolut empfehlenswert!

 

Bei durchwachsenem Wetter ging es am Folgetag nach Steinkjer. Dieser Abschnitt der Tour ist recht unspektakulär und die E6 wurde zunehmend langweilig. Der Plan demnächst wieder mehr abseits der Hauptrouten zu fahren erwuchs von neuem. Steinkjer an sich ist recht schön im Beitstadfjord gelegen und lädt abends zu kleinen Spaziergängen ein. Man muss sich abends echt die Beine vertreten.

 

Neuer Tag, neues Glück. Der Wettergott hatte ein Erbarmen mit uns und gönnte uns strahlendblauen Himmel und Sonnenschein. So gerieten die gut 400 Kilometer Fahrt recht kurzweilig, zumal meine Frau und ich uns dazu entschieden hatten mal abseits der Hauptstraßen zu fahren. Es sollte sich absolut lohnen. Wir wurden mit wundervollen dunkelblauen Seen und kleinen Wasserfällen belohnt, welche in der Sonne funkelten. Die Straßen die wir fuhren waren ab und zu geschottert und oft richtig schön kurvig, sodass wir mal wieder etwas stärker auf dem Motorrad gefordert wurden. Soviel Spaß am Fahren hatten wir länger nicht gehabt und wir freuten uns über jede neue Herausforderung. Am späten Nachmittag erreichten wir das Fefor Høifjellshotell außerhalb von Vinstra. Auf einem Berg gelegen und mit einem tollen Ausblick auf einen großen See war dieses rustikale und charmante Hotel ein echter Hingucker.

 

Am 14. Tag stand die, leider, letzte Etappe an. Das Ziel war das Hotel Scandic Vulkan in Oslo. Vorbei an Lillehammer verließen wir die E6 nach zirka der Hälfte der geplanten Route und nahmen die Straße 4 etwas weiter westlich. Wieder bei schönstem Sonnenschein, genossen wir die letzte Tour in vollen Zügen und mit Pausen an kleinen Seen. Nachdem wir uns schließlich durch die Osloer Vororte gekämpft hatten, erreichten wir unser letztes Hotel. Direkt in der Innenstadt gelegen, konnten wir Oslo auch noch ein wenig zu Fuß erkunden.

 

Am nächsten Morgen versammelten wir uns mit fast der gesamten Gruppe gegen 10 Uhr vor dem Hotel, um dann geschlossen in Richtung Color Line Anleger zu fahren. Nun ja, der kleine Parkplatz vor dem Hotel war dann nicht mehr wirklich nutzbar, weil er voller Motorräder stand. Ein nettes Bild. Da alle pünktlich waren, fuhren wir auch wie geplant los und durchquerten, im Motoradkorso, Oslo bis an den Fähranleger. Das Einchecken verlief recht unkompliziert und schnell, da ein Pärchen bereits vorgefahren war und uns die passenden Informationen zur Anfahrt und Check In-Schalter bereits in unsere WhatsApp-Gruppe geschickt hatte. Um 12 Uhr konnten wir zum Verladen auf die Fähre. Auch hier ging alles ratzfatz und die Motorräder waren schnell verzurrt. Man bekam so langsam Übung darin. Recht pünktlich gegen 14 Uhr legte die Fähre Richtung Kiel ab und wir genossen den Tag und Abend auf See.

 

Der letzte Morgen brach an. Um 10 Uhr legte die Fähre in Kiel an und es ging an das Entladen. Da wir uns in der Gruppe alle doch recht ans Herz gewachsen waren, trafen wir uns nochmal alle auf dem Parkplatz an der Ausfahrt des Fähranlegers. Die Verabschiedung fiel herzlich aus und man plante so manche Tour für die Zukunft. Sicherlich wird man sich hier und da nochmal treffen. Danach trennten sich wieder unsere Wege und alle machten sich auf die letzten Kilometer Richtung Heimat. Wieder vor der heimischen Garage angekommen, verriet der Blick auf den Kilometerzähler, dass wir insgesamt 5053 Kilometer mit dem Motorrad bewältigt hatten. Die Honda meiner Frau (CB500X) und meine 900er Tiger hatten tapfer und ohne Probleme durchgehalten. Ich bin immer noch froh mich für die 900er Rally Pro entschieden zu haben. Egal wohin du abbiegst und wie der Weg beschaffen ist; du hast immer das richtige Motorrad dabei.

 

Unser Fazit der Reise: Nach 5000 Kilometern im Sattel hat man durchaus Lust, gleich die nächste Reise anzutreten. Norwegen wird uns auf jeden Fall noch einmal wiedersehen. Wann, wird sich zeigen. Vorher möchten wir uns noch ein paar andere Länder anschauen. Derzeit ist Schottland in Planung, welches wir eventuell auf eigene Faust erkunden wollen.

 

Absolute Pflicht für solch eine Reise ist gute Planung. Wie gesagt, Kleidung für jede Wetterlage und jeden Temperaturbereich, sowie einiges an Werkzeug sind unerlässlich. Sonst kann die Reise recht schnell ihr Ende finden. Unser großer Dank geht auch nochmal an Heidrun Jordan von 123-Motorradreisen für die exzellent geplante Reise. Immer für einen da, falls es mal nötig war.

 

Wer noch mit sich hadert, ob er sich so eine Tour bis ans Nordkapp geben soll, dem kann ich nur sagen. MACHEN!!!!!

 

Bericht und Fotos von Matthias Stojan

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Roger Jung

    Super schöner Reisebericht mit sehenswerten Fotos. Vielen Dank!

  2. MatzeStojan

    Danke. Freut mich das dir der Bericht und die Bilder gefallen.

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