30. Britannia Rally des TOMCC Dänemark …

...in Rødkærsbro vom 20. – 22. August 2021

Die Möglichkeit, im Rahmen der WATOC-Zugehörigkeit des TMOC Triumph-Enthusiasten aus aller Welt zu treffen, hat für mich immer eine führende Rolle gespielt und es sind nicht zuletzt die regelmäßigen Besucher aus den TOMCCs England, Schweden, Dänemark, Holland usw., die zum Erfolg unserer Sommertreffen beitragen.

Zu unseren treuesten Treffenbesuchern zählen unter anderem die Freunde aus Dänemark und Schweden und wenn ich es irgendwie ermöglichen kann, nehme auch ich gern an deren Treffen teil, zumal in Skandinavien englische Motorräder früher wesentlich zahlreicher vertreten waren als in Deutschland und auch jetzt noch fleißig auf den Straßen bewegt werden. Die Vielfalt der interessanten Motorräder gepaart mit der entspannten Feierlaune der Nordmänner garantieren in der Regel sehr gelungene Treffen.

 

Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon regelmäßig an den dänischen Britannia Rallyes in Rødkærsbro teilgenommen hatte, stand die 30. Rally des TOMCC Dänemark fest auf meinem Programm; in diesem Jahr gemeinsam mit Fritz aus dem Siegerland und Thomas aus der Lübecker Gegend. Da wir noch ein paar Tage in Dänemark dranhängen wollten, fuhr Gabi im Auto mit und verschaffte mir eine unbeschwerte, gepäckfreie Anfahrt auf meiner ‚neuen alten‘ LEGEND.

 

Wir hatten uns für Donnerstagabend bei Bad Segeberg in einem Motel verabredet, von wo wir am nächsten Morgen gemeinsam nach Rødkærsbro weiterfahren wollten. Die Anfahrt vom Harz war problemlos, bedeckter Himmel aber trocken. Kurz nach unserer Ankunft und Bezug unseres Zimmers war von draußen das Bonneville-typische Gebrummel zu hören und auch Fritz rollte auf den Hof. Kurz frisch gemacht, Thomas angerufen und wenig später saßen wir gemeinsam in der Gaststube bei standesgemäßem Holsteiner Schnitzel und Flensburger Pils. Nach einem guten Frühstück trafen wir uns mit Thomas und machten uns gemeinsam auf den Weg.

 

Schleswig-Holstein hatte uns an diesem Morgen nicht sehr freundlich empfangen: Umleitungen durch baustellenbedingte Autobahnsperrung und immer wieder kräftige Regengüsse. Bis wir über die dänische Grenze fuhren, hatte sich das Wetter aber wieder verbessert und der Rest der Fahrt nach Rødkærsbro, zentral im dänischen Festland in der Nähe von Viborg gelegen, verlief trocken und problemlos.

 

Auch die diesjährige Britannia Rally fand auf dem bewährten Treffenplatz direkt am Ortsausgang statt, am Clubhaus des befreundeten Jolly Roger MC. Auf dem weitläufigen, idyllisch an zwei kleinen Seen gelegene Gelände gab es ausreichend schattige Zeltplätze, zum Teil mit überdachten Tischen und Bänken und kleinen Schutzhütten versehen. Zur entspannten Atmosphäre trugen auch die Enten und Schwäne bei, die ab und zu ihren See verließen und zwischen den Zelten und Motorräder herumspazierten – einer der angenehmste Treffenplätze, die ich bisher kennengelernt habe. Als wir Freitag nachmittags ankamen, war schon einiges los in und um das Jolly Rogers Clubhaus.

 

Nach der Registrierung bauten wir auf und hissten erstmal die TMOC Flagge – wie sich das gehört – und spazierten die erste Runde um den Platz. Vom schwedischen TOMCC konnten wir schon einige gute Bekannte begrüßen; die englischen Freunde, die im vorigen Treffen noch den Preis für den größten Club erhalten hatten, konnten wegen Corona dieses Jahr leider nicht anreisen. Im Übrigen wurden die Corona-Sicherheitsmaßnahmen wie auf unserem Sommertreffen angewandt: keine Impfung, kein Test: keine Teilnahme.

Das Wetter war inzwischen sonnig geworden, man ließ sich entspannt mit Bier und Hamburger nieder, klönte mit alten und neuen Freunden, während im Hintergrund ein Gitarren-Duo mit Country und Folk für stimmungsvolle Untermalung sorgte. Die abendliche Band im Festsaal des Clubhauses war dann – dem niedrigerem Altersdurchschnitt des dänischen TOMCC geschuldet – eher etwas moderner gepolt. Die unverzichtbaren, halbstarken Burnouts zu später Stunde konnten mich auch nicht unbedingt begeistern. So wird einem bewusst, dass man langsam aber sicher Teil des Generationsproblems wird, dementsprechend haben wir es auch vorgezogen, im ca. 4 km entfernten Motel Viborg zu übernachten und uns die kühle und harte Nacht im Zelt zu ersparen.

 

Für Samstag war eine interessante Ausfahrt nach Grathe Hede geplant, einem historischen Schlachtfeld, auf dem sich 1157 drei Wikingerstämme kräftig gehauen haben. Aus der Schlacht ging Valdemar der Große als Sieger hervor, der daraufhin die dänische Thronfolge und auch den ‚Danebrog‘, die rot-weiße dänischen Staatsflagge begründete. Die Fahrt führte über kurvige Landstraßen und durch kleine Dörfer, bis wir die eindrucksvoll mit einem turmhohen Wikingerschwert gekennzeichnete Gedenkstätte erreicht hatten. Nachdem uns Palle Munk, Präsident des TOMCC Dänemark, mit dem geschichtlichen Hintergrund des Schlachtfeldes vertraut gemacht hatte, öffnete einer seiner Clubkollegen die voluminösen Gepäckfächer seiner Triumph Trophy und siehe da, sie waren bis zum Rand mit kühlen grünen Carlsberg-Bierdosen gefüllt.

 

Nach erfolgter Stärkung machten wir uns beschwingt auf den Rückweg durch Felder, Wiesen und Wälder zum Jolly Roger Clubgelände. Den Nachmittag verbrachten wir entspannt nach dem üblichen Muster: herumspazieren, Motorräder gucken, Leute treffen, Benzin- und andere Gespräche führen, in der Sonne sitzen und Bier trinken. Nach erfolgter Preisverleihung baute eine andere Band ihr Equipment auf der Bühne des Festsaals auf und legte mit zünftigen 70er Jahre Rock, Rhythm and Blues und Reggae los – das war schon eher was für uns alte Rocker. Die Stimmung im Saal war spitzenmäßig, besonders als unser schwedischer Kumpel Kenth-Oluf seine Mundharmonika zückte, von der Tanzfläche auf die Bühne wechselte und mit der Band eine improvisierte Fassung von Before You Accuse Me (Eric Clapton) hinlegte. Nach Erreichen der notwendigen Bettschwere verabschiedeten wir uns von den Gastgebern und zogen uns in unser Motel zurück.

 

Am nächsten Morgen reisten wir von dort ab, Fritz zurück ins Siegerland und wir weiter an die Djursländische Küste nahe Ebeltoft. Dort verbrachten wir noch drei sonnige Tage am Meer, bevor wir uns auf den Weg zurück in den Harz machten. Im Gegensatz zur Hinreise mit einem Zwischenstopp zogen wir die jeweilige Rückreise in einem Sitz durch – beim Fritz 770 km, in meinem Fall 680 km – it’s easy on a Triumph !

 

Bericht und Fotos: Ulrich Lohrengel

Video: Gabi Lohrengel

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